Balksen

Ortseingangsschild Balksen

Beschreibung des Ortes

Behindertenreitanlage
Behindertenreitanlage

Versteckt hinter Getreidefeldern, Büschen und Bäumen liegen die Höfe, einsam und fast abgeschnitten vom gesellschaftlichen Leben. In dieser ländlichen Idylle sagen sich lediglich Fuchs und Hase "Gute Nacht", die einzelnen Höfe und Häuser liegen zu weit voneinander entfernt, als dass dies den Bewohnern möglich wäre. Auf der Landkarte ist es leicht zu finden, das kleinste Dorf der Gemeinde Welver, das zur einen Seite an die Gemeinde Lippetal grenzt, und deren 39 Bewohner häufig ihre Fühler in Richtung Soest ausstrecken. Doch weil es das kleinste Dorf weit und breit ist, schenken ihm die meisten keine Beachtung, viele wissen nicht einmal, wo dieses kleine Örtchen liegt. Dass kaum einer ihren Heimatort kennt, darüber sind die Balkser aber keineswegs traurig oder gar verärgert. Ganz im Gegenteil. Sie sind froh, in dieser Abgeschiedenheit zu leben, haben sie doch alle 39 eins gemeinsam: Sie lieben und genießen die ungestörte Ruhe.

Auch in den nächsten Jahren sieht es so aus, als wenn in Balksen alles beim Alten bliebe. Mit Kabelfernsehen oder sonstigem technischen Fortschritt haben die Balkser nicht viel im Sinn. Telefon und Strom sind natürlich in jedem der acht Haushalte vorhanden, doch was die Wassserversorgung anbelangt, ist alles so geblieben, wie es vor hundert Jahren war: Jeder der vier Höfe und drei Wohnhäuser bezieht das kostbare Nass aus dem eigenen Brunnen im Garten.

So winzig und unbedeutend das kleine Örtchen am östlichsten Zipfel der Gemeinde Welver auch ist, umso mehr schätzen die Balkser die zentrale Lage ihres Heimatdorfes. Zum Einkaufen fahren sie nach Soest, Kleinigkeiten werden auf die Schnelle im benachbarten Oestinghausen (Gemeinde Lippetal) gekauft.

Historisches

Gut Schweckhausen
Gut Schweckhausen

Der Grundstein für die heutige Zugehörigkeit zur Großgemeinde Welver wurde Ende der 60er Jahre gelegt, als die kommunale Neuordnung ins Haus stand. Zu jener Zeit umfasste die Gemeinde Balksen auch noch Ellingsen. Der damalige Bürgermeister der Gemeinde Balksen und Besitzer des Hofes in Hillingsen, Heinrich Nottebohm, schlug vor, das kleine Dorf der Gemeinde Welver zuzuschlagen. Er war - im Widerspruch zu einigen seiner Mitbürger - gegen eine Eingliederung in die Gemeinde Lippetal, weil er befürchtete, dass Lippetal zukünftig zum Kreis Beckum gehören würde. 1969 fielen die Würfel: Das Dorf wurde gespalten, Ellingsen gehörte von nun an zur "Ehrenreichen" und Balksen wurde nach Welver eingemeindet.
Balksen hat seinen Namen und geschichtlichen Ursprung in dem Balkshof an der Ahse, dem ältesten Hof der Ortschaft. In einer Urkunde des Jahres 1225 ist von einem ritterlichen Herrn von Balkhusen die Rede. Geht man noch weiter in die Geschichte zurück, so stößt man unmittelbar auf eine Beziehung zwischen der Ortschaft Balksen und dem Ritter von Balkhusen. Um 1300 hieß die Siedlung Balchuysen (Balkhuisen). Aus dieser Schreibweise läßt sich laut einiger Heimatforscher der Name des Gründers herauslesen: Balk-husen, Baldico-inc-husen, was soviel wie "Baldikos-Nachkommen-Siedlung" heißt. Das altsächische "Baldico" ist die Kurzform eines mit bald (kühn und tapfer) zusammengesetzen Namens.

 

Verschiedenes

Ein Hobby haben die Balkser, jedenfalls die Hofbesitzer, gemeinsam: zweimal im Jahr treffen sie sich zur Treibjagd auf heimischen Territorium. Ansonsten spielt sich das Dorfleben in Lühringsen oder Oestinghausen ab. Zusammen mit den Schützen aus Katrop und Thöningsen feiern die Balkser einmal im Jahr Schützenfest, einige gehören der Löschgruppe Lühringsen an, andere sind im Kriegerverein oder im Taubenzuchtverein organisiert. Da in Balksen sehr selten Dorffeste stattfinden, sind die Bewohner häufig auf Festen in der nahen Umgebung zu Gast. Und so ist es kein Wunder, dass die himmlische Ruhe gar nicht oder nur selten gestört wird.
Lediglich der Durchgangsverkehr, der in den Hauptverkehrszeiten über die Dorfstraße donnert, sorgt dafür, dass die ländliche Stille gestört wird. Ab und zu radeln einige Radwanderer durch die unberührte Natur. Doch auch das bekommen die Bewohner kaum mit, wohnen sie zum Teil weit ab und zurückgezogen im Feld.

Bilder aus Balksen