06. November 2017

Welver entwickelt sich stabil

Welver - Der Großgemeinde wurde noch vor einigen Jahrzehnten keine allzu rosige Zukunft vorausgesagt. Die Realität sieht anders aus: Welver lebt! So ist in den letzten acht Jahren die Einwohnerzahl konstant auf einem Niveau von rund 12 500 geblieben. Jährlichen Abgängen von 600 Menschen standen dabei im Schnitt Zuwächse in gleicher Höhe gegenüber. All das ungeachtet des Flüchtlingszustroms. Der lässt die Einwohnerzahlen Welvers seit 2015 noch positiver dastehen. „Welver ist gar nicht mal so schlecht aufgestellt“, findet deshalb Bürgermeister Uwe Schumacher. „Es lohnt sich, hier zu leben.“ Die Ursachen für die stabile Entwicklung sieht Wirtschaftsförderer Detlev Westphal vor allem in der günstigen geografischen Lage zwischen den größeren Städten Hamm, Münster und Dortmund. „Einkaufsmeilen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind durch die gute Bahnanbindung bestens zu erreichen“, so Westphal. Auch die explodierenden Immobilienpreise in umliegenden Städten wie Soest machen den Wohnort Welver in jüngster Zeit wieder attraktiver für Bau- und Kaufwillige. Besonders junge Familien sind es, die hier wieder ihre Zukunft sehen. Da passt es gut, dass Eltern mit Welver und Borgeln gleich zwei Grundschulstandorte zur Wahl haben. Beide übrigens weiterhin zweizügig, wie es nach Stand der Dinge aussieht. Hinzu kommt ein umfassendes Kindergarten-Angebot. Die ersten gut neun Kinderjahre sind also gut abgedeckt. Danach sieht es (noch) mau aus. Eine weiterführende Schule hat Welver seit der Schließung der Ganztagshauptschule nicht zu bieten. Erste Gedanken zur Gründung einer Gemeinschaftsschule reifen jedoch bereits. Ungeachtet dessen scheinen Faktoren wie Wohnumfeldqualität, Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Sozialstruktur zu überzeugen. Die Zahlen zeigen aber auch: Wer am Beginn einer beruflichen Karriere steht, verlässt Welver eher. Bei den 19- bis 25-Jährigen stehen 97 Zuzügen 143 Wegzüge gegenüber. Aufgefangen wird das durch Menschen mitten im Berufsleben. Bei den 31- bis 40-Jährigen kommen mit 109 fast doppelt so viele nach Welver wie weggehen (59). In diesem Alter gründen viele eine Familie – mit den dazugehörigen Begleiterscheinungen wie Immobilienerwerb und Nachwuchs. Die Zahl der Säuglinge stieg von 67 in 2012 auf 96 in 2016. Das Ziel von Wirtschaftsförderer und Bürgermeister ist bescheiden, aber bestimmt: Die stabile Entwicklung soll unter allen Umständen untermauert werden. „Dazu müssen wir die richtigen Prioritäten setzen“, so Schumacher. Und die liegen eher in der behutsamen Entwicklung von kleinen Baugebieten und in der weiteren Verbesserung der Infrastruktur. Das schnelle Internet wird schon bald kommen, ein vorzeigbarer Bahnhof in einigen Jahren. Dazu gibt es intensive Bestrebungen, den Kern des Zentralortes zu modernisieren. All diese Daten zeigen nach Ansicht Westphals eines ganz deutlich: „Welver ist eine Wohngemeinde.“ Dieser Umstand müsse bei allen weiteren Planungen berücksichtigt werden. „Ein Industriestandort werden wir nie“, so Westphal weiter. Dennoch ist auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vor Ort seit dem Jahr 2010 stetig angestiegen. Waren es im Jahr 2010 rund 1.096 Beschäftigte, so stieg die Zahl um 17 Prozent  auf 1.251 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Jahr 2016 an.